Bericht zum Vortrag Dr. Georg Metz am 22.04.26

Klimaresilienz im Mangfalltal: Fakten, Risiken und die Forderung nach mutigem Handeln

Vortrag von Dr. Georg Metz bei den Grünen Kolbermoor macht deutlich: Der Klimawandel ist im unteren Mangfalltal angekommen – und die Zeit für konsequentes Handeln ist jetzt.

Wie gut ist das untere Mangfalltal zwischen Feldkirchen-Westerham und Rosenheim auf die kommenden Wetterextreme vorbereitet? Diese drängende Frage stellte Dr. Georg Metz, Agraringenieur und Vorstand der Rosenheimer Vielfaltsmacher, bei einer gut besuchten Veranstaltung der Grünen Kolbermoor in den Mittelpunkt. Basierend auf aktuellen Klimaprojektionen und regionalen Daten zeichnete der Experte ein eindringliches Bild der Zukunft – und zeigte konkrete Handlungsoptionen auf.

Der Klimawandel ist real – und regional messbar

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Rosenheim stieg die Jahresdurchschnittstemperatur von 8,0 °C (1979) auf 11,1 °C (2024). Klimamodelle prognostizieren bis zum Jahrhundertende einen weiteren Anstieg um bis zu 3,8 °C. Die Folgen sind bereits spürbar: kaum noch Schnee im Januar, heftigere Starkregenereignisse, längere Hitzeperioden und verlängerte Vegetationszeiten. Neue Schädlinge wie Kirschessigfliege, Japankäfer oder Glasflügelzikade bedrohen Landwirtschaft und Gesundheit.

Drei zentrale Risiken für die Region

Hitzeinseln

In Gewerbegebieten wie dem Aicherpark oder Hertopark steigen Oberflächentemperaturen drastisch an. Fehlende Bäume, breite Straßen und versiegelte Flächen machen Kolbermoor und Rosenheim zu Hitzefallen.

Hochwasser & Starkregen: 

Bestehende Siedlungen sind nicht ausreichend geschützt. Wohnhäuser in jahrhundertealten Überschwemmungsgebieten stellen ein wachsendes Risiko dar.

Biodiversitätsverlust: 

Moore und Nasswiesen sind die großen Verlierer. Trockengelegte Moore im Mangfalltal verursachen rund 10 % der regionalen Treibhausgasemissionen.

Lösungswege: Blau-Grün statt Grau

Dr. Metz plädiert für das Konzept der „lebensSTÄTTE“: Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung und klimaangepasste Bäume können Umgebungstemperaturen um 5 bis 15 °C senken. In der Landschaft liegt der Schlüssel in der Wiedervernässung von Moorböden (Paludikultur) – ein Gewinn für Klimaschutz, Hochwasserrückhalt und Artenvielfalt zugleich. Entscheidend ist dabei: Die Kommunen Feldkirchen-Westerham, Bruckmühl, Bad Aibling und Kolbermoor müssen lernen, über ihre Ortsgrenzen hinaus zu denken und strategisch Zusammenzuarbeiten – mit klaren Zielen, verbindlichen Zeitrahmen und einem gemeinsamen regionalen Investitionsplan.

Solange Naturschutzprojekte freiwillig bleiben, Subventionen falsche Anreize setzen und Flächenverbrauch belohnt wird, bleiben selbst die besten Absichten symbolisch.

                                                                                                                      Dr. Georg Metz

Die Veranstaltung endete mit einer lebhaften Diskussion – und dem klaren Signal: Die Region hat das Potenzial zur Klimaresilienz. Was fehlt, ist der politische Wille zu entschlossenem, gemeinsamem Handeln. Bleiben Sie gespannt auf weitere Veranstaltungen der Grünen Kolbermoor zu diesem drängenden Thema.

Verwandte Artikel